Hoe Story

Zwischen meinen Zeilen

By on 20. September 2018

Hast du schon einmal zwischen deinen Zeilen gelesen? Wie gut kennst du dich und wieviel von deinem tatsächlichen Ich zeigst du nach Außen? Wer kennt bloß dein Cover, deine Überschriften und wer kennt tatsächlich dein Vorwort, Nachwort und die Dinge die irgendwo im Fließtext versteckt sind.

Wer kennt deine größten Ängste, deine dunkelsten Gedanken und noch viel wichtiger, kennst DU sie? 

Was macht dich glücklich, so richtig glücklich? Was willst du auf keinen Fall in deinem Leben haben? Welchen Traum hast du? Welchen Menschen würdest verzeihen wenn es keinen falschen Stolz in dir gäbe? Was würdest du wagen wenn es kein Risiko gäbe und was würdest du dich trauen wenn keine Scham vorhanden wäre? 

Wen würdest du aus deinem Leben löschen wenn du keine Freundlichkeit heucheln müsstest? Wen würdest du lieben wenn du unvernünftig sein dürftest? Was wärst du bereit zu geben wenn man dich noch nie verletzt hätte? Welches Geheimnis würdest du teilen wenn du vertrauen könntest? 

All diese Fragen habe ich mir selten gestellt. Ich habe mich abgelenkt, ich habe den Menschen ignoriert der der mir am nächsten steht: MICH SELBST. Die ungemütlichen Gedanken habe ich einfach überhört, die Musik lauter gedreht und meinen Kopf auf stumm geschaltet. Ich habe meine Träume nicht ausgesprochen aus Angst sie vielleicht nie erreichen zu können, ich habe meine Gefühle zurückgehalten aus Angst sie könnten nicht erwidert werden. Ich habe getan als sei ich stark, aus Angst vielleicht doch irgendwann schwach zu sein. Ich habe meine Sorgen und Ängste wie einen Berg unangenehmer Rechnungen gesammelt und in eine Schublade ganz weit nach unten gepackt. Diese Schublade in unserem Kopf ist wie ein Kontostand, wir glauben so lange wir nicht darauf schauen haben wir schon irgendwie noch genug Geld um über die Runden zu kommen. Und obwohl wir wissen, dass wir uns unbedingt damit auseinandersetzen müssen, ignorieren wir es…wird schon. Ja wird es auch. Aber nur wenn wir unsere Schublade aufräumen und anfangen Schritt für Schritt die unangenehmen Dinge anzugehen. Das wird erst mal verdammt fies. Es ist wie ein unangenehmes erstes Date mit einem Typen der sich fürchterlich daneben nimmt. 

Erst fällt er mit der Tür ins Haus und fragt dich nach 2 Minuten ob denn heute Abend auch was für ihn rausspringen würde. Er redet beim Kauen, isst die Hälfte deines Tellers, klotzt der Bedienung auf den Hintern, telefoniert 5 mal während dem Essen, lässt dich nicht zu Wort kommen und lädt dich am Ende nicht mal ein. Schön war das. So schön wie das Ambiente auf einem Festival Dixie Klo. Ungefähr so fühlt es sich an wenn du ein erstes Date mit dir und deiner Gedanken-Schublade hast. Du willst eigentlich die ganze Zeit wegrennen, wirst nervös, fängst an mit dem Fuß zu tippeln und wartest auf den erlösenden Anruf deiner besten Freundin die jetzt gaaaanz dringend deine Hilfe braucht. Der einzige Unterschied hierbei, das Date mit dem Vollidioten bringt dich kein Stück weiter, das Schubladen Date bringt dich ganz nach vorn. Erstmal wirft es dich natürlich auf ganz umcharmante  Weise meilenweit nach hinten und du entdeckst Dinge in den hintersten Gehirnwindungen die du eigentlich nie wieder hervorholen wolltest. Du kannst nicht schlafen, dein Herz klopft, die Tränen fließen, deine Gedanken rasen hin und her und du kannst sie kaum einfangen. Du beginnst zu verzweifeln und findest keine Antworten auf all die Fragen. Du weißt nicht was dein größter Traum ist und kein Plan wen du wieder zurück in deinem Leben möchtest. Was weiß ich  wieso ich manche Gefühle ignoriert habe und wenn ich bloß wüsste wieso ich manche Eigenarten habe. Was ist dir wichtig….du weißt es nicht. Aber irgendwann, mit ein wenig Geduld, fährt das Gedanken-Karussel langsamer. Nach und Nach fahren deine Gedanken in geregelten Bahnen. Es war ein Fehler zu glauben du könntest mit allen Gedanken auf einmal ins Reine kommen. Nach und nach musst du dich vorrantasten und akzeptieren dass du einige Male scheitern wirst.  Manchmal sitzt du mit deiner Schublade da und nichts passiert. Macht nichts. Dann hast du halt morgen oder in einer Woche nochmal ein Date mit Dir. Dieses Date wird irgendwann sogar ganz nett. Der Typ schmatzt nicht mehr, er bestellt deinen Lieblingswein und hört sogar zu. Na siehst du, geht doch….

Kleiner Tip am Ende: Ich habe gerade das Buch „ Das Leben ist zu kurz für später“ von Alexandra Reinwarth gelesen. Die Autorin beschreibt hier ein sehr interessantes Gedankenexperiment: sie hat sich vorgestellt wie es wäre wenn sie nur noch ein Jahr zu Leben hätte. Mit einem künstlich gesetzten Todesdatum wird sie ein Jahr so leben, als wäre es ihr Letztes. Wenn ich nur noch ein Jahr zu Leben hätte, wie würde ich handeln. Eine Frage die wir uns öfter Stellen sollten und die Antwort sollten wir genau so umsetzen, denn sie kommt aus tiefstem Herzen …auch wenn wir hoffentlich noch unzählige Jahre haben. Alexandra Reinwarth erzählt von 4 Fragen die man sich zum Leben stellen sollte: wie, wo, mit wem und von was? 

Vielleicht sind das ja Einstiegsfragen fürs erste Date mit dir selbst…..

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