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Heldinnen

By on 25. März 2019

In Filmen haben Helden, sowohl männliche als auch weibliche, meistens eine Superkraft: sie können fliegen, die Zeit stillstehen lassen, sich beamen, Feuerbälle werfen, in die Zukunft sehen etc.

Ich wollte schon immer eine Superheldin sein. Als Kind bin ich ständig von allen möglichen Möbeln gesprungen, in dem festen Glauben so könne ich fliegen lernen. Ich habe mit meinem Papa gerungen, geboxt und mir ein ständiges Kräftemessen geliefert. Ich wollte schneller laufen können als der schnellste Junge, tiefer tauchen als der Mutigste, ich habe versucht Gedanken lesen zu können und mir eingebildet mindestens 5 verschiedene Zauberkräfte zu besitzen. Ich habe niemals daran gezweifelt eine Superheldin zu sein. Warum nicht?  Weil ich so erzogen wurde. Ich habe nie zwischen Mädchen und Jungen unterschieden. Im Gegenteil…Ich habe mich verglichen, mich gemessen. Die Aussage „Jaaa aber du bist ja auch ein Mädchen“ habe ich nicht gelten lassen, sie hat mich bloß noch ehrgeiziger gestimmt. So wuchs  ich also mit einem feministischen Selbstverständnis auf, ohne es überhaupt jemals bemerkt zu haben. Starke, unabhängige, Frauen mit Selbstbewusstsein waren für mich keine Besonderheit sondern absoluter Normalzustand. 

Und so blieb es…bis ich älter wurde und plötzlich feststellte, dass sich nicht alle Frauen als Superheldinnen sahen. 

Und auch ich fand mich plötzlich an einem Punkt an dem ich bemerkte, dass ich gar nicht fliegen kann, viel zu oft musste ich bruchlanden. Ich konnte auch keine Gedanken lesen, zu oft lag ich falsch. Ich war nicht immer die Stärkste, manchmal war ich einfach schwach. Ich war nicht die Mutigste, so sehr ich mich auch anstrengte: ich hatte Angst. Schlimme Angst. Vorm Alleinsein, vor der Zukunft, vor meinem Job, vor mir selbst. Ich hatte das Gefühl meine Superheldin war verschwunden. Ich fühlte mich schwach, verwundbar und sehnte mich plötzlich nach einem Superhelden der mich rettet! Das gleiche Mädchen welches vor nichts und niemandem Angst hatte fürchtete sich plötzlich. War ich jetzt etwa keine Heldin mehr? War das Alles bloß Illusion? Aber warum? Nur weil ich auch mal schwach war? Weil auch mir mal die Tränen liefen, weil auch ich mal keinen Rat mehr hatte. Weil auch meine Geduld mal am Ende war? 

Ich lag falsch. Meine Heldin war nicht verschwunden, sie war die ganze Zeit da.

Es war einfach ein Trugschluss zu glauben, dass Superheldinnen immer stark sein müssen. Bei all den Dingen die ich von klein auf für mich beansprucht habe, hatte ich eine ganz besondere Superkraft übersehen oder fast schon mutwillig verdrängt: Schwäche. 

Tränen wurden sofort weggewischt, Schmerz stets verdrängt, „ich kann nicht mehr“- keine Option…Aber plötzlich, musste meine innere Heldin schmerzlich erfahren, dass Stärke ohne Schwäche nicht funktioniert. Würde ein Sprungbrett nicht nachgeben, hättest du keine Chance nach oben katapultiert zu werden…Hätte der Bogen keine Seite die zurückgezogen und gespannt werden muss, könnte der Pfeil niemals fliegen…man muss nach hinten ausholen um einen Schlag präzise und mit voller Härte nach vorne zu verteilen. Mit einem Superhelden der keine einzige angreifbare Schwachstelle besitzt, hätte Marvel keinen einzigen Comic verkauft.

Schwäche ist eine Superpower, wir müssen nur lernen sie zu akzeptieren. 

Viele der Heldinnen, die ich ihm Rahmen der SIXX Serie „Heldinnen… be true be you“  (den Link zu allen kompletten Folgen findet ihr am Ende des Textes) treffen durfte, haben, genau wie viele Comic Helden, ihre wahre Stärke erst gefunden, als Sie an einem schwachen Punkt in ihrem Leben waren. 

Sieben starke Frauen, sieben starke Geschichten, sieben Heldinnen, die trotz Hindernissen, Vorurteilen und Verlusten jeden Tag aufs neue Beweisen, dass wir auch mit Rückschlägen ganz weit nach vorne kommen können.

https://www.sixx.de/weltfrauentag/heldinnen-be-true-be-you

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ZAMPANELLA
Köln

Wie schön, dass du hier bist. Mein Spitzname ist Zampanella. Ich liebe das Leben. Ich liebe Geschichten und vor Allem liebe ich Geschichten die das Leben schreibt. Also lebe ich und schreibe darüber...

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